Von der Hände Arbeit leben - Benediktinerinnen Osnabrück

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Von der Hände Arbeit leben

 

Wenn man nach einem Motto der Benediktinerinnen fragt, bekommt man gemeinhin die Antwort ora et laborabete und arbeite. Tatsächlich trifft das ganz gut das Konzept monastischen Lebens. Allerdings kommt bei Benedikt noch ein dritter Bereich dazu: das Lesen. Dazu aber später. Benedikt möchte, dass seine Mönche (womit hier immer auch die Frauen gemeint sind) von ihrer Hände Arbeit leben (vgl. RB 48,8). Er legt großen Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis von Gebet und Arbeit. Im 48. Kapitel regelt er den Tagesablauf so, dass die Gottesdienste mit Ruhe und in vollem Umfang gefeiert werden können und dazwischen mehrere Stunden für die Arbeit bleiben. Unter diese Arbeit fallen heute die verschiedensten Dinge: Zunächst muss für den großen Haushalt, den Garten, die kranken und alten Schwestern, die Gäste und den Erhalt des Hauses gearbeitet werden. Aber natürlich müssen wir auch für unseren Lebensunterhalt sorgen. Dabei spielt die Arbeit im Handwerk und Kunsthandwerk immer noch eine große Rolle. Es gibt auch Klöster, die große Gästehäuser führen oder sogar ein Krankenaus (Missionsbenediktinerinnen). Auch die seelsorgliche und geistliche Begleitung gehört zu unseren Aufgaben. Im Hinblick auf die damit verbundenen Anforderungen, hat man in den Klöstern meist auf eine solide Ausbildung geachtet, so dass die Arbeiten mit Kompetenz ausgeführt werden konnten. Die Zuteilung der Arbeit geschieht durch die Äbtissin oder in unserem Fall durch die Priorin, also diejenige Schwester, die von der Gemeinschaft in den Dienst der Leitung gewählt worden ist. Bei der Entscheidung darüber, wer welche Arbeit übernimmt, spielen sowohl die Belange der Gemeinschaft als auch die Neigung der Einzelnen eine Rolle. Allerdings kommt hier auch konkret ein weiteres Gelübde ins Spiel, das wir ablegen: der Gehorsam. Es geht darum, gemeinsam zu hören, eigene Anliegen zu nennen, auf die Bedürfnisse anderer zu achten und dann das zu tun, womit man der Gemeinschaft am besten dienen kann. Das wird in der Regel nicht ein Leben lang ein und dieselbe Aufgabe sein. In unserem Kloster wird auch darauf geachtet, dass jede Schwester verschiedene Arbeitsbereiche hat, die in einem möglichst ausgewogenen Verhältnis stehen.

 Beim Gehorsam, den wir versprechen, geht es um das Hören auf die Stimme Gottes. Diese Stimme lässt sich zunächst im Hören auf die Heilige Schrift vernehmen, aber eben auch im Hören auf das, was andere sagen, was die Lebensumstände mit sich bringen. Es geht darum, nicht dem eigenen Willen und Gutdünken zu folgen, sondern dem Willen Gottes. Benedikt sagt es so: Die Mönche leben im Kloster und dienen unter Regel und Abt (vgl. RB 1,1). Alle stehen unter der Regel, auch die Äbtissin oder Priorin, und alle dienen dem einen Herrn: Christus.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü