In eine Gemeinschaft eintreten - Benediktinerinnen Osnabrück

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In eine Gemeinschaft eintreten


Benediktinerinnen leben in Gemeinschaft und eine Frau, die neu kommt, trifft auf Schwestern, die bereits an diesem Ort leben, die meisten schon viele Jahre. Es gibt dort die verschiedensten Frauen, wenn sie auch alle das gleiche Kleid tragen. Nicht nur im Alter unterscheiden sie sich, auch in ihrem Temperament, im Hinblick auf ihre Bildung, ihre persönlichen Interessen und auch in der Art und Weise, wie sie dieses scheinbar so gleiche Leben leben.
Mehrmals am Tag sammeln sich die Schwestern im Kreuzgang vor der Kirche und stellen sich dort hintereinander in der Reihenfolge ihres Klostereintritts auf. So ziehen sie zum Gottesdienst in die Kirche ein. Darin liegt das, was hier alle verbindet: Gemeinsam vor Gott stehen, schweigen, beten, singen, Gottesdienst feiern. Aber natürlich gibt es auch die gemeinsame Arbeit, die Mahlzeiten und die Erholung, in der man zusammensitzt und erzählt. Wenn eine Frau neu eintritt, wird sie aufgenommen und beginnt dann langsam ihren Platz zu finden. Sie bringt sich selber mit, ihre Lebensgeschichte, ihre Erfahrungen, ihre Gottsuche. All das ist so verschieden, wie Menschen verschieden sind. Eine benediktinische Gemeinschaft ist ein „Mehr-Generationen-Haus“ und es weckt in uns immer wieder neu ein Staunen darüber, wie Gott uns hier zusammengeführt hat. Das ist unsere Erfahrung und unsere Glaubensüberzeugung: Gott führt jede einzelne von uns, er hat jede einzelne gerufen und begleitet die Gemeinschaft durch alle Wechselfälle des Lebens. Wenn das nicht so wäre, könnte eine solche Gruppe von Frauen nicht über Jahrzehnte gemeinsam unterwegs bleiben. Im vorletzten Kapitel der Regel Benedikts heißt es: Sie sollen nichts höher stellen als Christus, der uns alle miteinander zum ewigen Leben führen möge (RB 72,11). Wir sind also gemeinsam unterwegs und haben ein Ziel: Christus selbst, der uns das ewige Leben schenkt. Aber dieser Weg ist nicht einfach. Er erinnert über weite Strecken an die Wüstenwanderung des Volkes Israel. Ein Kloster und eine Gemeinschaft von Schwestern sind ein Stück Welt, wenn auch eines, das Gott gehört. Das Miteinander in einem „Mehr-Generationen-Haus“ mit so verschiedenen Charakteren ist eine bleibende Herausforderung und manchmal zum Weglaufen. Aber genau das ist in unserem Leben nicht vorgesehen. Wir versprechen in unserer Profess, ein Leben lang auszuharren und so durch die Mühe des Gehorsams (RB Prolog 2) das Ziel zu erreichen, zu dem wir unterwegs sind.
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