Beschreibung der Benediktusmedaillie - Benediktinerinnen-Kloster, Ewige Anbetung, Osnabrück

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Beschreibung der Benediktusmedaillie

Beschreibung der Benediktus-Medaille


Die Benediktusmedaillie -
Der Benediktussegen

Benediktusmedaillie
Der Benediktussegen ist eine Segensformel, die seit dem 17. Jahrhundert als Schutz- und Heilmittel dient. Das Benediktuskreuz ist meist in Form einer Benediktusmedaille, auch Benediktuspfennig genannt, ausgeformt.

Legende
Der heilige Benedikt von Nursia soll in Vicovaro durch das Kreuzeszeichen den Giftbecher, der ihm zum Trinken gereicht wurde, zum Zerspringen gebracht haben.

Gestaltung
Der Benediktussegen konnte auf Zettel geschrieben, in Blei, Zinn, Messinglegierungen, Gold und Silber gegossen oder aus Horn geprägt sein. Er findet sich auf diversen Amulettkreuzen wie dem Ulrichskreuz, konnte aber auch zu einer Medaille, dem Benediktuspfennig, auch Benediktusmedaille genannt umgestaltet werden. Zentrales Element des Benediktuspfennigs ist das Segenskreuz oder Benediktuskreuz, auf dem die über dem gleichen Mittelwort kreuzförmig angeordneten Buchstaben des eigentlichen Segenstextes, eines Doppelspruchs, abgebildet sind:

Längsbalken: CSSML (Crux sacra sit mihi lux – „Das heilige Kreuz sei mein Licht“)
Querbalken: NDSMD (non draco sit mihi dux – „Nicht der Drache sei mir Führer“).

Als äußere Umfassung der Medaille wird oft der Zachariassegen, eine ähnlich populäre Segensaufschrift, aufgeprägt. Ebenfalls gebräuchlich ist folgender Spruch:

VRSNSMVSMQLIVB (Vade Retro Satana, Nunquam Suade Mihi Vana, Sunt Mala, Quae Libas: Ipse Venena Bibas – „Weiche zurück Satan, führe mich niemals zur Eitelkeit. Böse ist, was du mir einträufelst: trinke selbst dein Gift“).

In den vier Kreuzwinkeln findet sich:

CSPB (Crux Sancti Patris Benedicti – „Kreuz des heiligen Vaters Benedikt“).

Über dem Kreuz steht manchmal PAX („Frieden“).

Die Rückseite der Medaille zeigt das Bild des hl. Benedikt, in der Rechten das Kreuz haltend, in dessen Kraft er seine Wunder wirkte, in der Linken die heilige Regel, die alle, welche sie befolgen, durch das Kreuz zum Lichte führen soll. Während es für das Segenswort des Benediktus-Kreuzes offensichtlich einen festen Gestaltungskanon gibt, weist die Bildseite bei verschiedenen Medaillen eine größere Variationsbreite in der Gestaltung auf. Das hier abgebildete Exemplar, die heute die fast allgemein übliche Form ist, wird als Jubiläums-Medaille bezeichnet. Sie ist 1880 anläßlich des 1400. Geburtstags des heiligen Benedikt erstmals geprägt worden. Unten auf der Medaille ist ein Hinweis auf diesen Ursprung zu finden. EX S. M. CASINO / MDCCCLXXX - Montecassino,  1880. Die bildnerische Gestaltung ist  im strengen Stil der sog. Beuroner Kunst gehalten, die stark vom hieratischen Stil der alt­ägyptischen Kunst geprägt  war. Das Zusammenspiel von streng abgezirkelten Kreisen und Linien und voll­kommener Symmetrie bestimmen den Eindruck.

Geschichte
Der Benediktussegen geht auf die Verehrung des Ordensvaters, populären Volksheiligen und Nothelfers Benedikt von Nursia im niederbayrischen Kloster Metten zurück. Der Mettener Kodex von 1414 zeigt in einer Miniatur eine Heiligenfigur, deren Kreuzstab mit dem Benediktussegen beschriftet ist. Dieser Heilige gilt seit dem 17. Jahrhundert als der heilige Benedikt.

Nach einer anderen Überlieferung stammt der Segen aus sehr alter Zeit, erreichte aber erst weite Verbreitung, nachdem er den elsässischen Kleriker Bruno, den späteren Papst Leo IX. (1002–1054), von einer schweren Krankheit geheilt hatte.

Der Benediktuspfennig wurde beim Volk außerordentlich beliebt. Da man ihn auch als Zaubermittel verwendete, wurde er immer wieder von einigen Bischöfen verboten. Im 17. Jahrhundert wurde er auf den Index gesetzt. Durch eine Breve vom 12. März 1742 erreichte aber der Prager Abt Benno Löbl, dass Papst Benedikt XIV. denen, die die Medaille bei sich trugen, häufig Ablässe verlieh. Die Benediktiner andererseits verbreiteten den Segen und fertigten ihn in Metten in großer Anzahl.
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